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Thema: Funklöcher im Digitalfunk

  1. #1
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    Funklöcher im Digitalfunk

    Hallo,

    wir in RLP im Cluster 19 sind jetzt auch seit einiger Zeit im erweiterten Probebetrieb.

    Nun eine Frage an die fleißigen Netztester. Habt ihr schon viele Versorgungslücken aufgedeckt? Wurden die Fehler schnell behoben oder dauert so etwas ewig?

    Können viele der Fehler durch Feinjustierungen behoben werden?

    Wie kann das Problem der ständigen Zellenwechsel behoben werden. Unterscheiden sich HRT und MRT in Bezug auf die Zellenwechselproblematik voneinander?

    Wie sind euere Erfahrungen mit der Feldstärke im Waldgebiet?

    Gruß

    Florian

  2. #2
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    Hallo,

    wir befinden uns im Cluster 18/1. Im erweiterten Probebetrieb haben wir alle Rettungspunkte Forst sowie alle aus unserer Sicht wichtigen Punkte auf Abdeckung getestet. Mit der berühmten Tastenkombination kann man sich ja die Feldstärke anzeigen lassen.

    Versorgungslücken haben wir sehr wenige und auch nur an einer Stelle ist das etwas ungünstig (Ortschaft). Fehler gab es auch sehr wenige (Übergabe Signal von zwei Basisstationen z. B.). Wir haben alle Auffälligkeiten mittels des Formulares (gibt es auf deren HP) erfasst und gemeldet. Die Fehler wurden alle behoben, die (wenigen) Bereich mit schwachem Netz bisher leider noch nicht.

    Generell gilt zumindest bei uns, dass wir uns mit dem Digitalfunk was das Netz bzw. die Abdeckung angeht im Vergleich zur analogen Gleichwelle erheblich verbesser haben.
    Gruß

    Eifelfunker

  3. #3
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    Wielange haben den diese Optimierungen gedauert?

    Wie war die Kommunikation mit der autorisierten Stelle? Gab es von denen viele Rückfragen?
    Wie gut ist Euer durchschnittlicher Empfangswert in dbm?


    Gruß

    Florian

  4. #4
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    Die kleinen Dinge wurden meist sehr schnell behoben. Die Stellen mit etwas schlechterer Versorgung sind bis heute noch nicht behoben.

    Die Kommunikation mit der AS ist recht gut. Die können fast immer schnell helfen. Hin und wieder wird mal auf die Spezialisten der "normalen" Schicht verwiesen.

    Über den Empfangswert absolut im Mittel kann ich jetzt nichts sagen. Das habe ich nicht statistisch ausgewertet ;-)
    Gruß

    Eifelfunker

  5. #5
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    Zitat Zitat von Eifelfunker Beitrag anzeigen
    Hallo,

    wir befinden uns im Cluster 18/1. Im erweiterten Probebetrieb haben wir alle Rettungspunkte Forst sowie alle aus unserer Sicht wichtigen Punkte auf Abdeckung getestet. Mit der berühmten Tastenkombination kann man sich ja die Feldstärke anzeigen lassen.
    Welche Tastenkombination ist das und für welchen Hersteller?

  6. #6
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    Zitat Zitat von Pringman Beitrag anzeigen
    Welche Tastenkombination ist das und für welchen Hersteller?
    *477 bei Sepura
    Gruß

    Eifelfunker

  7. #7
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    Zitat Zitat von Eifelfunker Beitrag anzeigen
    *477 bei Sepura
    Gibt es sowas auch bei Motorola?

  8. #8
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    Zitat Zitat von Pringman Beitrag anzeigen
    Gibt es sowas auch bei Motorola?
    ist mir leider nicht bekannt, da wir nur Sepura nutzen.
    Gruß

    Eifelfunker

  9. #9
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    Motorola: *,#,,.....

  10. #10
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    Motorla wenn freigeschaltet: Stern, Raute, Menü, Rechtspfeil

  11. #11
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    nach oben schieb!

    Wie werden die Optimierungen des Funknetzes eigentlich genau vorgenommen?
    In der Regel handelt es sich ja oft um "Überversorgungen". Wenn ich den Äußerungen manch Halbwissender vertrauen soll, dann würde das bedeuten, dass einfach an den betreffenden Stellen die Sendeleistung reduziert wird. Kann das so stimmen?
    Warum buchen sich die Geräte ständig um? Kann man die Geräte nicht so programmieren, dass sie erst umbuchen wenn eine andere empfangene Zelle mindestens x dbm besseren Empfang bringt? Wieviele Basisstation sollte ein Tetragerät mindestens und maximal empfangen können?

    Kann man das irgendwo nachlesen wie so eine Netzoptimierung funktioniert?
    Wie hat man das Problem in München damals gelöst?, oder ist es noch nicht gelöst?

    Ich bin auf Eure Antworten gespannt.

    Gruß

    Florian

  12. #12
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    Es gibt verschiedene Parameter, die dem Endgerät sagen, welche Nachbarzellen zur Verfügung stehen, bei welchem Pegel der Nachbarzellen es überhaupt versuchen soll, in diese einzubuchen und wie die Pegelunterschiede zur jeweils aktuell genutzten Zelle sein müssen, damit das Endgerät einen Handover durchführt.
    Damit lässt sich sozusagen virtuell die Versorgungsfläche einer Basisstation erweitern oder begrenzen. An die Sendeleistung kann man auch gehen, wird aber eher nicht gemacht, weil diese ja auch Auswirkungen auf die Feldstärke im engeren Umfeld der Zelle hat, wo man unter Umständen damit die Versorgung verschlechtert.

    In den Endgeräten wird da nicht viel programmiert, weil die oben genannten Parameter dem Endgerät vom Netz bekannt gegeben werden. Da das Endgerät auch nicht unbedingt die Netztopologie genau kennt, macht dieses Vorgehen auch Sinn.
    Damit ein Endgerät nicht permanent zwischen Zellen hin und her springt, muss es nach Norm eine gewisse Zeit in der Zelle bleiben, bis es den nächsten Handover durchführt. Habe die Zeit nicht im Kopf, aber ich meine sie liegt irgendwo bei 12 Sekunden oder so. Wer gerade die Muße hat in der ETSI-Norm nachzusehen oder es aus dem Kopf weiß, darf mich natürlich gerne korrigieren.

    Oben genannte Parameter wurden in München angepasst. Nichtsdestotrotz wirst du in einer Stadt mit sehr guter Funkversorgung und entsprechend vielen Basisstationen eben immer deutlich mehr Handover haben, als das im ländlichen Gebiet mit GAN 0 der Fall ist. Das ist systembedingt auch nicht mit irgendwelchen lustigen Programmiertricks am Endgerät zu beheben.
    Ebenso wirst du auf exponierten Standorten eine größere Zahl von Basisstationen mit dem Endgerät empfangen, die unter Umständen auch noch vom Pegel her sehr ähnlich liegen. Gerade da hat man tatsächlich die Möglichkeit, etwas an den Parametern zu drehen, was aber nicht trivial ist und mal ebenso gemacht werden kann.
    Leider wird im BOSNET relativ wenig mit Sektorisierung von Basisstationen gearbeitet, wie es bspw. bei GSM der Fall ist. Da lassen sich über Antennen und Parameter für einzelne Sektoren noch paar Punkte mehr holen...

    Literatur dazu wüsste ich so aus dem Stehgreif nicht, zumindest kann ich mich beim Durchblättern nicht erinnern, dass das Thema im Roten Heft bzw. im Buch vom Kollegen Linde ausführlicher behandelt wurde.
    Dieses Buch ist schön: http://www.amazon.de/Digital-Mobile-...+trunked+radio
    Aber erstens nicht auf Deutsch geschrieben und zweitens recht kostspielig...

  13. #13
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    Ok, danke, das bringt schonmal mehr Licht ins Dunkel.

    Ist es richtig, dass diese Paramter im Vorfeld bei der Funknetzplanung nicht berücksichtigt werden können? Oder würde das von der autorisierten Stelle nach und nach automatisch behoben? Senden die Funkgeräte auch vom Gerät vorgenommene Handouts weiter und können ggf. ausgewertet werden?

    Gruß

    Florian

  14. #14
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    Natürlich werden diese Parameter auch bei der Planung in Betracht gezogen. Aber die Planung besteht aus Berechnungen und Modellen und kann die Realität nur bedingt wieder geben, somit ist nicht alles vorhersehbar. Und dann gibt es auch noch das Verhalten des Endgerätes, welches auch nicht immer ganz eindeutig sein muss.

    Automatisch wird nicht unbedingt was behoben, weil die Autorisierten Stellen das gar nicht mitbekommen müssen, dass es irgendwo ein Problem gibt. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten zur Auswertung, aber ein einzelnes Gerät, welches keine stabile Verbindung auf einer Zelle hinbekommt, taucht mit Sicherheit nirgends so auf, dass man sofort reagieren könnte.

    Senden die Funkgeräte auch vom Gerät vorgenommene Handouts weiter und können ggf. ausgewertet werden?
    Sorry, aber diesen Satz verstehe ich nicht. Es gibt grundsätzlich Statistiken über Handover, aber die sind nur bedingt zu gebrauchen und nicht so, dass man da mal eben was draus ablesen kann.
    Handover gehen bei TETRA immer vom Endgerät aus.

  15. #15
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    Also,

    ich habe bei uns im Ort relativ viele spürbare Handover gefunden. Die Empfangsstärke geht dann auf -127 dbm und das Gerät piepst. Weil es kurzfristig kein Netzempfang hat. Mir ist auch aufgefallen, dass man diese Zellenwechsel nur während der Fahrt erkennt. Beim Ablaufen der Strecken zu Fuß merkte man nichts davon. Teilweise war es so, dass in einer Fahrtrichtung die Probleme bestehen und in der anderen Fahrtrichtung nicht.
    Ich habe immer die Befürchtung, dass wenn ein Funkloch gestopft wird woanders ein neues aufgemacht wird?!
    Reicht überhaupt die Frist von 6 Monaten erweiterten Probebetriebs aus, um alle Probleme im Netz zu beheben? Werden nach dieser Zeit noch weitere Anpassungen vorgenommen werden (müssen)?
    Hat die IUK Einheit noch weitere Möglichkeiten die Netzqualität zu überprüfen.

    Gruß
    Florian

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