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Thema: Wenn Helfer zu Opfern werden. . . .

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  1. #1
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    Zitat Zitat von MeisterH Beitrag anzeigen
    Hallo??? AUGEN AUF BITTE!
    Ein 18-Jähriger hatte versucht die Atemschutzmasken der Einsatzkräfte herunterzureißen. Einem Feuerwehrmann schlug er mit der Faust ins Gesicht.
    SO WHAT?!???????
    Ich habe die Augen aufgemacht. Die FWler, die angegriffen wurden, waren gerade dabei, sich auszurüsten. Es war nicht das Team, das bereits im Haus war.

    Ich habe neulich auch eine auf´s Maul gekriegt, von einem Patienten, der im Delir war. Das sind Widrigkeiten des Alltags.
    RDler behandeln jeden Tag Ange- oder Betrunkene. Dabei kommt es oft zu Handgemengen oder Auseinandersetzungen. Ich finde das nicht gut, aber sich deswegen mit einer Axt zu bewaffnen, halte ich für maßlos.

    Außerdem reden wir hier von zwei(!) Betrunkenen und 43(!) FWlern, die zugegbenermaßen vielleicht noch nicht alle vor Ort waren. Da muss es doch möglich sein, diese Leute außerhalb des Gefahrenbereichs zu halten.

    Halt mal den Ball flach. Äußerungen über Genpool, Gesellschaftsbilder und ähnliches gab es schon ein paar Mal. Und immer ist es nicht wirklich der Hit gewesen.

    Gruß, Mr. Blaulicht

  2. #2
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    Hallo zusammen
    bin selbst angehöriger der FFW sowas ist mir im Dienst noch nicht passiert ist auch besser so !
    Aber in meiner Tätigkeit als Security habe ich schon viel komisches erlebt selbst in der Sylvesternacht Dienst gehabt , da die Bevölkerung eines Dorfes ein Jahr zuvor die für die Brandwacht abgestellte Feuerwehr mit Raketen und Gaspistolen beschossen wurde sollte einmal durchgegriffen werden : Meist hilft es schon den ersten mit der grössten Schnauze zurecht zuweisen ! Der grossteil der Bevölkerung ob jung ob alt hat den Respect für ein ander verloren . Leider ist das so !

  3. #3
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    Servus,

    naja schwieriges Thema würd ich mal sagen....
    Privat ist das sicherlich was anderes wenn man sich verhältnismäßig verteidigt... wohlgemerkt VERHÄLTNIßMÄßIG!!!

    Wenn man im Einsatz in Uniform dann einen Zusammenmöbelt oder in dem fall überreagiert mit der Axt will ich nicht die pressemitteilungen sehen die nen Tag später durch Deutschland gehen.
    Denke aber ebenso das man sich nicht schlagen lassen muss, auch nicht im Einsatz. Und gibt doch sowas wie "Jedermannsrecht" Ja super dann Fixiere ich den halt bis zum Eintreffen der Polizei. Ich würd in jedem fall nicht erst warten bis die da sind, das gerangel bis die da sind dauert ja 3 mal so lange wie das fixieren, und ich hab dabei wahrscheinlich noch mehr leute im gerangel als kurzzeitig beim fixieren.

    Das mit dem SV-Kurs schön und gut, aber wurde oben ja schon erläutert das dies aufgrund der einmaligkeit und der dadurch nicht ausreichenden Reaktion wohl ehr nach hinten los gehen könnte.

    Das mit ner Schulung im bezug auf deeskalation etc. naja... ich behaupte mal einfach so das 99% der Leute die auf Rettungskräfte los gehen sich von egal welchen wörtern auch nicht aufhalten lassen.

    Im endeffekt hat man also nur die möglichkeiten 1. sich weiter schlagen zu lassen (oder ähnliches), 2. zu Reagieren.
    Wenn ich So einen hinter die absperrung dränge muss man immer damit rechnen das der andere anstiftet und man hinterher ne truppe hat die "randaliert". Naja Polizei ist also unumgänglich.
    Was fehlt ist sowas wie ne Vorgabe oder schulung wie man wann zu Reagieren hat und was man überhaupt darf. Ehrlich gesagt wäre ich mir da auch ned 100%tig sicher und würde mich grade in Uniform noch mehr zurückhalten. Es muss sich aber was tun, denn treffen kann es jeden. Wünschen tu ich es keinem und ich bin froh das die Bürger bei uns gegenüber der feuerwehr gut gesonnen sind... selbst die welche sonst bekannt für Ärger sind :o)

  4. #4
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    eben was ich meinte...wenn man schon zahlenmäßig so stark vertreten ist dann fallen auch paar leute zum "draufsetzen" ab;)

    is ne gute alternative zum "axtgebrauch"

  5. #5
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    Moin.

    Wenn ich im Rettungsdienst zu einem V.a. Morbus Jägermeister gerufen werde, speziell
    zu gewissen Uhrzeiten an gewissen Tagen.. Diskofieber halt.., dann gehe ich grundsätzlich
    anders an einen Einsatz.

    Schon in der Schule hat man das beigebracht bekommen, gesunde Distanz zu wahren.
    So erreicht mich ein potentieller "Schläger" meist gar nicht erst, oder erwischt nicht
    mich, sondern den Koffer. Niemals würde ich mit dem Koffer auf den Patienten losgehen,
    aber als Schutzschild ist er gut geeignet. Klingt wenig "heroisch", sich dahinter zu "ver-
    stecken", ist aber ganz gut.

    In der Tat hab ich beim Truppmannlehrgang ein wenig vermisst, wie der "gemeine Feuer-
    wehrmann" mit Menschen umzugehen hat, Material und Feuer wurden verhältnissmässig
    ausführlich behandelt.

    Viele Rettungsdienstler (ich zähle Sanitätsdienste mal pauschal dazu) werden zustimmen,
    was auch Herr Bluelight geschrieben hat. So etwas ist doch recht häufig anzutreffen.
    Es geht so weit, das ich einen Praktikanten vorgewarnt habe, bei einem entsprechenden
    Patienten abstand zu halten, auch wenn er freundlich und zuvorkommend erscheint. Nur
    ein paar falsch verstandene Worte, Tenor "man mache sich doch nur Sorgen um $patient",
    und ein vorher noch mässig kooperativer, angetrunkener Patient wurde aggressiv.. aber
    ebenso plötzlich wieder einsichtig.

    Selbstverteidigung.. naja.. sicherlich kann man durch den ein oder anderen Griff einen
    "Angreifer" schneller ruhigstellen, aber am Ende steht der Richter, wenns zum worst case
    kommt.

    Ich frage daher den durchschnittlichen (oder überdurchschnittlich (motivierten)) Feuer-
    wehrmann (oder auch -frau!): Sicher fühlt ihr euch im Umgang mit eurem Material und
    eurem Job, so vielfältig er auch ist. Aber fühlt ihr euch sicher im Umgang mit den
    Menschen?

    Sicher ist es einfacher, heldenhaft das Feuer zu löschen und dann bewundert zu werden,
    aber Alkohol - oder Krankheiten oder Gebrechen! - können die Sicht akut verzerren, und
    darauf müssen meiner Meinung nach nicht nur Rettungsdienstler, sondern auch Feuerwehr-
    leute vorbereitet werden.

    Sicherlich ist es nicht möglich, über die konkrete im Beitrag genannte "Faust ins Gesicht"
    zu spekulieren, aber hätte dies verhindert werden können, wenn der Feuerwehrmann 2
    Schritte zurückgetreten wäre, weil er so etwas hätte kommen sehen? Alternativ wäre
    sicherlich ein Feuerwehrhelm ein für den "Täter" schmerzhafteres Ziel gewesen als das
    Gesicht ? .. Viel zu viel Konjunktiv, ich weiss..

    Dementsprechend.. wünsche ich einen gewaltfreien Abend..

    Gruss,
    Tim

    PS: Ich habe auch schon betrunkene und aggressive Feuerwehrmänner erlebt, die
    schlagen dann genauso zu wie nicht-Feuerwehrmänner! Interessanterweise kommen
    die Feuerwehrmänner nicht am nächsten Tag und entschuldigen sich dafür.. das tun
    meistens die nicht-Feuerwehrler.. erm.. naja, persönliche Erfahrungen sind nicht zu
    generalisieren..
    --
    In a world without walls and fences, who needs Windows and Gates ??

    Meine private Webseite: http://www.db1jat.org

  6. #6
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    Hier der Bericht der Feuerwehr Lippspringe zu dem Einsatz:

    http://feuerwehr-bad-lippspringe.de/...09-/-2316.html

    Liebe Grüße
    Alterlöschknecht
    Lautes Sprechen erhöht nicht die Reichweite des Funkgerätes !!!!!!!!!!
    Außerdem das noch:!!
    StGB §§328 Absatz 2.3: Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer eine nukleare Explosion auslöst.

  7. #7
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    Beim Ausrüsten mit PA setzt man den Helm so ziemlich zuletzt auf - im beschriebenen Fall wäre der also wohl nicht so schnell als "Schutzschild" zur Verfügung gewesen. Ich denke dass hier kein Richter einen Helfer verurteilen wird, wenn die Abwehrreaktionen im angemessenen, nötigen Rahmen waren. Wenn jemand schon ohne dass er provoziert wurde handgreiflich wird hilft gutes Zureden, Beschwichtigen oder Zurücktreten in der Regel nicht , da habe ich genug Erfahrung. Den Angreifer mit ein paar Kameraden "über den Haufen rennen" , festhalten und der Pol übergeben - da wird sich hinterher kein Richter für die blauen Flecken, die eine oder andere Prellung und vielleicht eine blutige Nase des Angreifers interessieren . Das ist dann eben ohne Vorsatz im Handgemenge passiert und fertig , sowas kann man problemlos als Notwehr rechtfertigen.
    Wenn der Angreifer keine Waffen in der Hand hat oder danach greift darf man in der Gegenwehr auch keine Waffen - egal welcher Art - einsetzen, sonst ist die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben und es könnte in der Tat ein Nachspiel für die angegriffenen Helfer haben.
    Wenn jemand allerdings mit einem Messer auf mich zurennt und ich gerade das Strahlrohr in der Hand habe , würde ich ihm dass ohne mit der Wimper zu zucken auf die Rübe hauen .

    ~Joe~
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  8. #8
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    Tzja verhältnismäßigkeit der Dinge halt ne.....

    Dennoch wie von Shinzon sehr gut beschrieben... das Problem ist und bleibt schwierig...
    Mal ganz Ehrlich selbst der erfahrenste Kampfsportler hat schlechte Karten wenn er ned damit Rechnet... erstmal hat er eine abbekommen. Und was bringt mir da ein Helm wenn einer was will gibts genug andere wege wie er mir schmerzen zufügen kann.
    In jedem fall würde ich auch erstmal versuchen deeskalierend mit worten zu agieren wenn ich nen schlag abbekommen hab. Nur grade im Einsatz würde ich da ned lange Fackeln und den Fixieren. Grade weil ich "Angst" hätte das andere mitmischen wenn se das mitbekommen.

    Naja schwieriges Thema, werde aber mal unseren Löschzugführer drauf ansprechen das man hier evtl. nen Schulungsabend zu hält. Finde das echt wichtig wenn man so sieht wies abgeht.

    Hoffe aber dennoch das es Ruhig bleibt in Einsätzen... :o)

  9. #9
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    Ihr redet hier immer von "fixieren".

    Ist hier nun wirklich nur vom Ruhigstellen mittels mehrerer Kameraden die Rede, oder haben sich manche von euch schon tatsächlich damit befasst, wie sich das mit "handelsüblichen" Mitteln bewerkstelligen lässt, bzw. auch schon irgendwelche Maßnahmen in der Richtung eingeleitet, was die Beladung angeht ?

    Klar, Leinen, Schlauchhalter etc. sind zum Beispiel bei der FW vorhanden, aber wie sicher sind die in der Handhabe, vor allem wenn die Person sich zu wehren versucht ? (ist ja anders als daheim im Bett ^^)

    viele grüße

  10. #10
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    Zitat Zitat von Baerfunk Beitrag anzeigen
    ...vor allem wenn die Person sich zu wehren versucht ? (ist ja anders als daheim im Bett ^^)
    Ich hoffe, daheim bei Dir wehrt sich niemand im Bett!!!

  11. #11
    faboi Gast
    Zitat Zitat von Baerfunk Beitrag anzeigen
    Ihr redet hier immer von "fixieren".

    Ist hier nun wirklich nur vom Ruhigstellen mittels mehrerer Kameraden die Rede, oder haben sich manche von euch schon tatsächlich damit befasst, wie sich das mit "handelsüblichen" Mitteln bewerkstelligen lässt, bzw. auch schon irgendwelche Maßnahmen in der Richtung eingeleitet, was die Beladung angeht ?

    Klar, Leinen, Schlauchhalter etc. sind zum Beispiel bei der FW vorhanden, aber wie sicher sind die in der Handhabe, vor allem wenn die Person sich zu wehren versucht ? (ist ja anders als daheim im Bett ^^)

    viele grüße
    Tja, wir haben doch gelernt Kabelbinder zu benutzen! Gell... ;-)
    Ich find die einfach cool!

    ... doch nicht so viele Gedanken über das "wie", sondern lieber mal über das "ob"! Und zwar in der Form, ob Ihr überhaupt fixieren dürft!
    Ich würd mir in so ner Situation darüber keine Gedanken machen. In der HöRett haben wir, unter anderem aus so einem änlichen Grund, Kabelbinder dabei. Jetzt aber bitte nicht aufschreien. Bevor der Patient mir im Seil bzw. in UNSEREM Seil rumpfuscht wird er einfach "fixiert" (ein tolles Wort).
    Geändert von faboi (09.02.2009 um 18:01 Uhr)

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