Hallo!
Wie meinen?
Alle analogen Zuweisungen von Kurzwelle, 8m, 4m, 2m, 70cm sowie 2,3GHz, 14GHz usw. sind bis heute unverändert. Lediglich hinzu gekommen ist eben Tetra 380-385 / 390-395MHz.
Nunja, bisher gab es für Sprechfunk real:
163 Duplexkanäle auf 4m zzgl. ein paar Simplex.
117 Duplexkanäle auf 2m.
Also ganz knapp etwa um die 300 Sprechfunkkanäle, die aller meißten davon in Duplex (Gegensprechen, Relais usw.).
Tetra hingegen hat 5MHz im 25kHz-Raster.
Heißt grob 40 Kanäle je MHz, also 200 Duplexkanäle insgesammt.
Das ist schon verglichen alleine mit dem 4m Band deutlich mehr.
Hinzu kommt das Tetra nicht nur einen Kanal je Frequenz, sondern mehrere logische Kanäle je Frequenz übertragen kann.
Theoretisch könnte man mit Tetra, wenn man wollte, die bisherigen 4m Funkverkehrskreise von POL, FW, RD zusammen legen auf einem einzigen Tetra-Kanal, wo sie dann unabhängig voneinander funken können.
Ebenso ist die Reichweite von Tetra geringer, bzw. die Funkausleuchtung bei sinnvoller Netzplanung "planbarer". Mit eine Grundlage dafür, warum zellulare Netze (vgl. Mobilfunk GSM/UMTS/LTE) überhaupt mit einer überschaubaren Menge von Kanälen funktionieren.
Stellt man irgendwo eine 4m Feststation hin, ist die wahre Reichweite nur bedingt kalkulierbar. Von den gewollten 20-30Km können je nach Topologie und Wetterbedingungen die Reichweiten auch weit über 100Km gehen.
Dieses Problem ist gerade bei den nichtpolizeilichen BOS schmerzhaft als Überreichweiten bekannt.
Will man ein Zellulares Netz bauen, muss man sich den Mobilfunk anschauen:
Man nehme je BTS-Standort drei präzise 120°-Panels und leuchtet damit drei Sektoren mit anständigem Footprint aus: Man neigt die Antenne 0,5-3° zum Boden, das die komplette abgestrahlte Energie innerhalb des geplanten Versorgungsgebietes auf dem Boden ankommt.
Eben nicht über den Horizonz hinaus in Luftschichten, die bei Inversionswetterlagen die Signale dann hunderte von Km transportiert und dort dann irgendwo massive Störungen verursachen.
Dieses führt dazu das man die selben Frequenzen an deutlich mehr Standorten nutzen kann, ohne das sie sich gegenseitig stören.
Alle oben genannten Betrachtungen zielen nur auf den TMO-Bereich.
Der direkte Funkverkehr (wie bisher auf 2m in UW) läuft hingegen in einem eigenen Bereich:
406-410MHz, macht alleine dafür noch mal knapp 160 Kanäle.
Ergo:
Passen tut das schon, sogar noch mit deutlichen Netzkapazitäten.
Wichtig ist nur das die Netzplaner der BDBOS sich an alle Grundlagen zu zellulären Netzen halten.
Grüße aus Dortmund
Jürgen Hüser





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