Ergebnis 1 bis 15 von 40

Thema: Projektplanung einer Leitstelle –Eure Meinung!

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Registriert seit
    25.12.2001
    Beiträge
    88
    Zitat Zitat von fussel
    Habe ich für genug Verwirrung gesorgt ;-)?
    Das war genial erklärt! Also wäre es sinnvoll 2 Knoten in der LST zu haben und einem im ELW. Ergo drei insgesamt. Ich könnte mir auch vorstellen im technikraum der Wache 2 so einen 2. bzw. 3. Knoten aufzustellen, aber das wird wohl irgendwann den Finanzrahmen sprengen!

    Ist es somit richtig, das ein sicheres LST-System in dr Regel aus HV Clustern besteht oder gibt es alternative Sicherheitssysteme?

    Wie sieht also insgesamt mit dr Redundanz in euren LST aus?
    Toyota-Löschzug.... nichts ist unmöglich!

  2. #2
    fussel Gast
    In der ILS sollte man einen HV-Cluster haben mit mindestens zwei Knoten. Leider kann man bei einem HV-Cluster die einzelnen Knoten nicht "einfach so" beliebig weit auseinander stellen (also z.B. in unterschiedliche Wache). Die Länge des Cluster-Interconnects ist bei den meisten Herstellern begrenzt, damit sich keine Fehlerquellen einschleichen. So wäre es z.B. nicht besonders sinnvoll, wenn man einen Cluster-Interconnect über mehrere aktive Netzwerkomponenten (Switches/Router/Bridges/etc) führt, weil dort ein Defekt in der Netzwerkkomponente zu einem Umschalten des Clusters führen könnte, was nicht gewollt ist, da es dem Cluster an und für sich ja gut geht. Ein HV-Cluster ist somit meistens örtlich begrenzt. Anders ist es bei einem Storage Area Network, das kann (und sollte!) man über entsprechend schnelle IP-Strecken (z.B. über Lichtwellenleiter) verbinden und an unterschiedlichen Orten aufstellen.

    Inwieweit sich ein Streched-Cluster praktischt realisieren lassen würde, muss man jedenfalls detailliert mit den beteiligten Zulieferern abstimmen (sowohl Cluster-System wie auch Einsatzleitrechner). Solche Ausfallszenarien sind derzeit wie schonmal angedeutet noch etwas stiefmütterlich behandelt worden. Erst in den letzten Jahren geht man da ran.

    Ein sicheres EDV-System sollte so aussehen:

    * Plattenkapazität: über ein Storage Area Network (SAN) oder ein RAID5 / RAID50-Storage-System, welches die Daten sicher speichert. Das Storage-System sichert gegen Hardware-Ausfall der Festplatten und der RAID-Kontroller und stellt die Erweiterungsfähigkeit des Systems sicher (einfach im laufenden Betrieb weitere Platten reinstecken und Volumes vergrößern). Festplatten können im Fehlerfall im laufenden Betrieb und ohne Datenverlust ausgetauscht werden. Das Storage System wird an die Server bzw. den Cluster mittels Gigabit-Leitungen angeschaltet (oft über fiberoptische Leitungen mit 2 oder 4 Gigabit Durchsatz).

    * Backup-Lösung zum Archivieren der Daten

    * HV-Cluster für die dauerhafte Verfügbarkeit der Applikationen (wie oben beschrieben). Auf dem Cluster laufen alle Dienste wie RDBMS-System (SQL-Datenbanken wie Oracle oder MySQL), zentrale Einsatzleitrechner-Prozesse und dergleichen mehr. Der Cluster stellt die hohe Verfügbarkeit der Applikationen bei Hardware-Ausfall eines Knoten sicher.

    * Doppelte Datennetze

    * Autarke, mehrfach redundate Stromversorgung über USVn und Dieselgenerator für mehrstündigen autonomen Betrieb der Leitstelle

    die Ausfallsicherheit der Kommunikationssysteme (Funk, Notrufleitungen etc.) lasse ich hier mal aussen vor.

    Du kannst dich auch jederzeit per Mail bei mir melden, wenn Du weitere Infos haben möchtest.
    Geändert von fussel (23.05.2007 um 21:21 Uhr)

  3. #3
    Registriert seit
    25.12.2001
    Beiträge
    88
    Wieder sehr ausführlich und vieln Dank für das Angebot. Ich werd drauf zurückkommen! Danke!!! ;-)
    Toyota-Löschzug.... nichts ist unmöglich!

  4. #4
    fussel Gast
    Noch eine Ergänzung:
    Zitat Zitat von Michel
    Ist Novotec nicht bereits von Siemens übernommen worden?
    Hat Siemens nicht sogar ein eigenes System namens Fireweb?
    Beides JA. Novotec gehört seit Anfang 2007 zum Siemens-Geschäftsbereich Building Technologies, der auch das eigene Einsatzleitsystem PFEIL WEB vertreibt:

    http://www.sbt.siemens.de/index.jsp?...:1033920.s_3,&

  5. #5
    Registriert seit
    29.03.2006
    Beiträge
    5.311
    Zitat Zitat von fussel
    Beides JA. Novotec gehört seit Anfang 2007 zum Siemens-Geschäftsbereich Building Technologies
    Ahhh, ein Simensianer ;)

    Auf meiner alten Schaff hatten wir auch nen schönen HV-Cluster, wovon aber 6 Server des einen Systems "heiß" mitgelaufen sind und des anderen Systems immer 2 Parralel und 4 in reserve *g*

    Dazu kamen dann noch ca. 26 Arbeitplätze...

    Das ganze dann auf 3 Standorte verteilt (Entfernung einmal 60 und einmal 80 km)

    Redundante Netzwerke natürlich überall inclusive :D


    Ok, dass System hat in Soft und Hardware auch "nur" irgendwas um die 15 Millionne Euronen gekostet *ggg*


    MfG Fabsi

    P.S.: Gebäude neu/umbaukosten und Möbel (sowie Klimatechnik usw.) natürlich exclusive :D

  6. #6
    Registriert seit
    05.10.2003
    Beiträge
    4.289
    Ihr wisst aber schon, dass es in einer Leitstelle früher mal ein Telefon und ein Funkgerät gab und sonst nix, ausser einem Schreibblock, einem Stift, einem Aschenbecher und einer Kaffemaschine???

    Naja, war nicht ganz ernst gemeint... ;-)

    Gruß, Mr. Blaulicht

    PS: Mal so eine Frage am Rande: Gibt es irgendwo eine Studie, die den Zusammenhang zwischen Leitstellenkosten und Patientenversorgung (für den RD) oder Brandbekämpfung (FW) darstellt, also nach dem Motto: Leitstelle für 5 Mio € => Ausrückzeit im Schnitt 2 Minuten; Leitstelle für 1 Mio € => Ausrückzeit 5 Minuten ???
    Ich frage deshalb, weil die Leitstellen immer weiter "upgegraded" werden, ich aber neulich gelesen habe, dass die tatsächlichen Hilfsfristen sich stetig verlängern. Irgendwie komisch, oder???
    Geändert von Mr. Blaulicht (24.05.2007 um 02:53 Uhr)

  7. #7
    fussel Gast
    Zitat Zitat von Fabpicard
    Ahhh, ein Simensianer ;)
    Er hat mich erkannt ;-)...

    Zitat Zitat von Mr. Blaulicht
    PS: Mal so eine Frage am Rande: Gibt es irgendwo eine Studie, die den Zusammenhang zwischen Leitstellenkosten und Patientenversorgung (für den RD) oder Brandbekämpfung (FW) darstellt, also nach dem Motto: Leitstelle für 5 Mio € => Ausrückzeit im Schnitt 2 Minuten; Leitstelle für 1 Mio € => Ausrückzeit 5 Minuten ???
    Ich frage deshalb, weil die Leitstellen immer weiter "upgegraded" werden, ich aber neulich gelesen habe, dass die tatsächlichen Hilfsfristen sich stetig verlängern. Irgendwie komisch, oder???
    Ich denke, dass die direkte Beziehung Leitstellenkosten ./. Hilfsfrist zu trivial ist. Man müsste dabei zunächst von den gemittelten Arbeitsplatzkosten ausgehen (also grob gesagt Leitstellenkosten / Zahl der Arbeitsplätze), denn die Leitstelle Berlin kostet wahrscheinlich von Haus aus mehr als die Leitstelle Kleinkleckersdorf ;-). Weiterhin wird die Hilfsfrist ja von vielen weiteren Faktoren beeinflusst. Im Rettungsdienst sind es z.B. die Kostenträger, die gerne "wenig ausgelastete" Rettungswachen aus Kostengründen schließen möchten, im Bereich der Freiwilligen Feuerwehren velängern sich die Ausrückezeiten oft wegen der aktuellen Arbeitsmarktsituation, die die Personaldecke schrumpfen lässt. To be continued...

  8. #8
    Registriert seit
    30.11.2005
    Beiträge
    690
    Zitat Zitat von Mr. Blaulicht
    PS: Mal so eine Frage am Rande: Gibt es irgendwo eine Studie, die den Zusammenhang zwischen Leitstellenkosten und Patientenversorgung (für den RD) oder Brandbekämpfung (FW) darstellt, also nach dem Motto: Leitstelle für 5 Mio € => Ausrückzeit im Schnitt 2 Minuten; Leitstelle für 1 Mio € => Ausrückzeit 5 Minuten ???
    Ich frage deshalb, weil die Leitstellen immer weiter "upgegraded" werden, ich aber neulich gelesen habe, dass die tatsächlichen Hilfsfristen sich stetig verlängern. Irgendwie komisch, oder???
    Interessant wäre m.E. primär die Zeit von Notrufannahme bis Ende der Alarmierung. Dadurch könnte ich in der weiteren Kette einen Zeitvorteil einfahren. Bei vielen neuen Leitstellen konnte dank moderner (und funktionierender :) Technik die Dispositionszeit von 2 Minuten auf unter eine Minute senken - damit ist dann wieder mehr Luft insgesamt in der Hilfsfrist.
    So zu lesen war dies des Letzteren öfters, wo eben grade wegen Wegfall einiger RW-Wachen und immer weniger FW-Personal die Verkürzung der Alarmierung entscheiden zum weiteren Einhalten der Hilfsfristen beiträgt.
    Wenn diese dann doch weiter steigen, liegt es i.d.R. halt an der immer weiteren Minimierung von RW durch die Kostenträger und fehlendem Feuerwehrpersonal.

    Gruß
    Knut

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •