Hallo,

nachdem wir jetzt alle so fachmänisch erleuchtet wurden, möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben:

1. Vorraussetzung:
Es ist kein wirklich großes Problem mit den meisten PC Radiokarten BOS-Funk hörbar (oder vieleicht besser "warnehmbar") zu machen. Es gehört nur etwas ausdauer beim Googlen dazu. Ich habe vor ca. einem halben jahr noch zwei drei Seiten gefunden wo entsprechende Programme für den erweiterten Frequenzbereich (frei) angeboten wurden. Die Seiten kamen aus dem östlichen Raum.
Teilweise reicht aber wie schon geschrieben das Verändern bestimmter Parameter in den INI Dateien...
Ich denke eine Bezugsquelle für diese SW ist die Info die der Themeneröffner wissen wollte.

Die Karten selber haben eigendlich KEINE Frequenzsperre (währe ja auch viel zu aufwendig, weil keine Stndartbausteine mehr).
Es ist nur so dass sie für einen bestimmten Frequenzbereich gebaut werden 88-108MHz und nur dort sicher Funktionieren, inwieweit sie darüber Hinaus noch arbeiten hängt von den Bauteiletoleranzen ab, aber 85MHz - 110MHz sollten allemal drinn sein.
Die "Frequenzsperre "wird durch die Treiber realisiert, tauscht man diese aus oder modifiziert diese, so können die Karten halt mehr... Vom PC bekommt die Karte nur ein von der SW errechnetes Teilerverhältnis mitgeteilt, dieses wird dann in der PLL eingestellt und entweder rastet die PLL (Karte arbeitet auf der Frequenz) oder ebend nicht.

2. Empfangsqualität
Hierzu wurde eigendlich schon genug gesagt, eine wiederhohlung der N-FM W-FM Theorie erspare ich mir jetzt auch. Kurz Gesagt: Es ist der Mühe nicht wert sich auch nur 5 Minuten mit der Suche nach den Treibern zu befassen!!!

Es ist durchaus möglich das man etwas Empfängt und ganz leise sogar verstehen kann, aber solange niemand spricht (der großteil der Zeit) hat man ein Lautes aggresives Rauschen. Da das Sprachsignal sehr leise ist, muss man die Lautstärke wirklich auf Anschlag drehen. Ausserdem hört man jedes Störgeräusch, ob Fön, Waschmachine oder Sat-Receiver...Auch wenn gesprochen wird. Auch wird man unter Umständen mehrere Kanäle gleichzeitig hören, je nachdem wie die Kanäle in den Nachbarkreisen verteilt sind (also FW wird sich wohl immer gegenseitig stören, da die immer eng beieinander liegen, mit den 10 Kanälen..., Pol ist glückssache)
Ein auswerten von FMS usw. ist auf jeden Fall zum Scheitern verurteilt!
Ich kenne keinen der wirklich länger als 5min ernsthaft versucht hat so BOS-Funk zu hören...

3. Umbau von Radiogeräten...
Ich weiß zwar nicht wie ein wirklicher Fachmann Radios modifiziert, aber ich habe für "einfache Umbauten" nie einen Lötkolben gebraucht, auch ist es egal ob es sich um Röhrenradios oder Transistorradios handelt, wichtig ist nur das es es sich um eine analoge Abstimmung handelt. Um BOS-Funk in der Qualität wie mit einer PC-Radiokarte oder besser zu empfangen reicht schon das drehen an einer Schraube (Trimmkondensator)...
Mit ein bissl Hintergrundwissen (was mache ich da eigendlich?) einem feinen Gehör und sehr viel Geduld bekommt man sogar ohne aufwendige Messgeräte ein Ergebnis das sich durchaus hören lassen kann, wenn man die Filter auch alle noch Nachgleicht. In meinen Anfangsjahren als Funkbastler habe ich so unzählige Radios mit dieser Versuch und Irrtum Methode zum Spielen bekommen, natürlich kann man normalen Radioempfang dann mit diesem Gerät vergessen.
Wobei man natürlich sagen muss, je aufwendiger und sauberer der Empfänger aufgebaut ist, um so besser ist das erzielbare Ergebnis. Ich habe mit einigen alten Tunern (damit meine ich jetzt HIFI Einzelbausteine/geräte, nicht die Baugruppe) Ergebnisse erzielt, die kommen heute noch gegen jeden Scanner an. Teilweise haben hochwertigere Geräte ja auch eine Art Rauschsperre...
Mit einem Radiowecker habe ich wirklich klaren Empfang fast nie hinbekommen.
Röhrenradios haben in der Tat hier wirklich einen entscheidenden Vorteil, Die Filter sind Qualitativ noch hochwertiger aufgebaut und das Rauschen hört sich deutlich weicher an als bei einem Transistorgerät, wobei dieses durch einen guten abgleich wirklich auf ein Minimum reduziert werden kann.

3.1 Erweiterter Umbau.
Bei Umbau von Radios gibt es durchaus auch die Möglichkeit eine Rauschsperre einzubauen. (Und hier braucht man wirklich einen Lötkolben) In jedem besseren Radio und jedem FuG gibt es eine sogenannte AGC-Spannung, diese ist abhängig von der empfangenen Signalstärke und regelt u.a. die NF-Verstärkung.
Bei FuG´s mit S-Meter ist es diese Spannung die an das S-Meter gegeben wird und somit die Feldstärke anzeigt, bei unseren BOS-FuG wird DIESE Spannung mit einem fest eingestellten Wert verglichen. Übersteigt diese Spannung diesen Wert, so wird der NF Verstärker aktiviert, bleib er drunter, so macht das Gerät keinen Mucks.
Warum sollte es beim Radio nicht genauso gehen?
Man muss sich also nur auf die Suche nach dieser AGC-Spannung machen, diese abgreifen und mit hilfe eines Komparators mit einer fest eingestellten Spannung vergleichen. Übersteig diese Spannung nun den eingestellten Wert gibt der Komparator nun ein High Signal aus mit dem man nun zb. ein Relais oder Multiplexer schalten kann. Funktioniert wunderbar und kostet weniger als 5Euro...Habe lange Zeit ein So verändertes Radio im Betrieb gehabt!
Bei den meisten Röhrenradios ist es noch einfacher, diese haben oft ein sogenanntes Magisches Auge (eine Anzeigeröhre), das die Signalstärke anzeigt, hier liegt eine Spannung von 1-5V je nach signalstärke an, diese kann direkt abgegriffen und über einen Komparator mit HOHEN Innenwiderstand ausgewertet werden.

Aber Achtung an einem anderen PIN der Anzeigeröhre können bis zu 200V anliegen LEBENSGEFAHR!!! Dies gilt übrigends für Röhrengeräte im allgemeinen, Es gibt auf der GANZEN Chassis verteilt Punte die wirklich hohe Spannungen (eigendlich an jeder einzelnen Röhre) führen, teilweise einige hundert Volt!!!
(bei Geräten mit Bildröhren bis zu 30KV) Also wirklich aufpassen oder wenn man nicht viel Ahnung davon hat besser ganz die Finger von Röhrengeräten lassen!!!

Gruß
Carsten