Hallo!
Tja...verbastelte Geräte hatte ich auch schon, allerdings bei offiziellen BOS-Reparaturen von Landesämtern, Behörden und größeren Kommunen eher selten.
Der überwiegende Teil dort ist zwar so, das diverse Nacharbeitungen sichtbar sind - aber wo ich absolut nichts zu mäkeln finde.
Deutlich schlimmer sieht das in der betriebsfunksparte aus, weil es da draussen offenbar viele Elektriker, Klemptner, Bauarbeiter usw. gibt die selber in ihren Geräten rumpfuschen bis gar nix mehr geht.
Aber bei den meißten BOS-Geräten die über offizielle Aufträge zu mir kommen merke ich das da zum überwiegenden Teil nur kompetente BOS-Zentralwerkstätten dran rumgelötet haben.
Ausserdem ist das glaube ich eine Perspektivfrage:
Für einen Funktechniker mag solch ein uraltes Jungferngerät vielleicht angenehm sein (in so fern die Kollateralschäden noch im behebbarem Rahmen sind).
Für einen Anwender / HiOrg aber nicht, wenn ein gebraucht gekauftes Jungferngerät welches womöglich schon seit 10 Jahren spannungslos im Keller lag, nach wenigen Wochen Betrieb dann plötzlich Rauchzeichen abgibt.
Hmm...*grübel*...
Hast du einen Sendemodulator für eine SEL Fug9c oder zumindest nähere Daten zur Zieh-Spule des TX-Mischer-CO's?
Solch eine Kiste liegt hier nämlich seit Jahren, in der Hoffnung das sich preislich angemessene Ersatzteile hinzu gesellen.
So "um die 100€" wäre zwar schmerzhaft für die Kiste, aber bevor sie noch älter wird bei mir...
Saudummes "Tauschgeschäft" damals mit einer relativ mittellosen HiOrg.
Ware wurde mit dieser SEL Fug9c bezahlt.
Ursprünglich gedacht als Leihgerät für BOS-Kunden bzw. RS1-Veranstaltungsrelais.
Am Meßplatz aber einen Makel: TX-Frequenzablage knapp über +3kHz.
Also mal eben den CO im Sendemischer abgleichen -> Kern festgefressen, zerbröselte schon beim schief angucken. Spulenkörper ebenso spröde, zerkrümelte auch.
Was soll ich sagen: Die Schattenseiten solcher Jungferngeräte die 40 Jahre nicht anständig gewartet wurden.
Oben berichtete ich ja bereits von Betriebsfunkgeräten wo sich Kunden selbst versuchten.
Sehr selten, dann aber wirklich in extremster Form deiner Anspielung folgend, passiert es das Geräte die von einem "Mitbewerber" als "Totalschaden" abgestempelt wurden und dann von mir eine Zweitmeinung gefordert ist.
Ja, da erlebe ich manchmal heftige Sachen. Allerdings so heftig das ich nicht an Inkompetenz sondern schon klar an mutwillige Beschädigung glaube.
Die heftigste Story da habe ich hier im Forum schon damals beschrieben, daher hier nur die Kurzform:
Kunde hat Motorola Fug8b-1 wo plötzlich der Externe LS an der hinteren Klemleiste anfing zu blubbern und anschließend ausfiel.
Gerät ging zur Reparatur bei einem Mitbewerber.
Dieser brauchte mehrere Wochen und kam zum Schluß:
Totalschaden, können wir der Entsorgung zuführen. Dazu passend kam ein Angebot über ein neues Radiodata Fug8b-1.
Hein heller Kopf beim Kunden stauchte den Mitbewerber und verlangte die Herrausgabe des Defektgerätes. Ohne Zwischenstop landete es bei mir.
Ursprünglicher Fehler: LatchUp des LS-Amp (TDA200x)...altbekannter Standardfehler.
Die Reparatur dauerte aber dennoch knappe vier Stunden.
Warum?
Alles, aber auch wirklich alles was in dem Gerät drehbar war, hat der Mitbewerber heftig verdreht. PLL rastete nicht, selbst Referenzoszillator war derart krass verstimmt das er nur noch stotterte. Obendrei die komplette Duplexweiche verkurbelt!
Das Stinkt für mich nach Mutwilligkeit - der Mitbewerber tat dieses offenbar nur, damit jeder andere Funktechniker auch zum Resultat "Totalschaden" kommt.
Rechnung knapp um 300€. Ich hatte einen Großkunden mehr, der Mitbewerber einen weniger.
Deutet auf defektes Quarz - oder falls noch per Varicap mitgezogen auch auf eine fehlerhafte Abgleichspannung (meißt kurzgeschlossener Tantal) hin.
Und ein Abgleichkern 3mm oben herrausstehend...heieiei.
Ja, sowas kenne ich. Da ging es um ein RX-Frontend einer KF163 die ich für Versuche an einem DVB-T Stick auf 137-138MHz abglich.
Das man sowas keinem Kunden ausliefert, verhindert meißt schon das Gerätegehäuse was dann nicht mehr zu geht. *grins*
Was du da immer ansprichst ist mir im BOS-Sektor nie wirklich problematisch aufgefallen.
An ein BG einer Teletron kann ich mich nur erinnern wo der Kanalschalter nicht mehr alle Kanäle schalten konnte.
Das lag nicht an der Kanalsperre, sondern an Wackenkontakten in den Dezimalschaltern.
Die Ursache war offensichtlich...irgend ein Hirni hatte die Teile zerlegt um dort blaue LED's als Backlight ein zu bauen.
Aber sowas ist selten...bisher erst ein mal in der Form bei mir untergekommen.
Vielleicht bin ich da aber auch nur verwöhnt.
Grüße aus Dortmund
Jürgen Hüser





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