Hallo,
die Voraussetzungen für eine ungestörte Entfaltung sind bei Dir ja gar nicht schlecht;-)
Ich beziehe mich mal rein auf Wartung und Instandhaltung und lasse Bedarfsplanung/Beschaffung etc. mal außen vor.
Die in der FW eingesetzte Funktechnik läßt sich in die 3 Bereiche:
- Fahrzeugfunkgeräte
- FME/DME
- Handfunkgeräte
unterteilen, die jeweils ganz eigene Ansprüche an die Wartung stellen.
Fahrzeugfunkgeräte sind am pflegeleichtesten. Um die Energiequelle kümmert sich der Fahrzeugwart, die mechanische Beanspruchung und Verschmutzung der Geräte ist vernachlässigbar gering. Hier reicht i.d.R. eine Sichtkontrolle von Antennenstrahler, Funkhörer und Steckverbindungen. Die restlichen Parameter können nur mit Meßtechnik erfaßt werden. So man ein SWR-/Leistungsmeßgerät und einen Frequenzzähler hat, kann man sich diese Werte einmal jährlich anschauen.
Kauft man ein kombiniertes FME/DME-Prüfgerät (s.u.) kann man den 4m-Prüfsender auch zum groben Testen der Empfängerempfindlichkeit des Fahrzeugfunkgerätes benutzen (z.B. ein Oelmann PS 620).
Funkhörer und -halterungen sollte man auf jeden Fall auf Lager haben. Passende Gerätesicherungen und Antennenstrahler ebenso.
Die FME/DME stehen ständig unter mechanischem Streß, fallen ab und an auf den Boden und verschmutzen je nach beruflicher Tätigkeit des Träger z.T. recht heftig.
Hier ist also eine regelmäßige Überprüfung der Empfängerempfindlichkeit Pflicht. Dazu braucht man ein DME-Prüfgerät und eine definierte Prüfanordnung, um eine halbwegs reproduzierbare "Messung" hinzubekommen.
Das können markierungen auf einer Tischplatte o.ä. sein.
Als Referenz benutzt man ein Neugerät oder eins, das frisch aus der Reparatur gekommen ist. Damit nimmt man auch all denjenigen den Wind aus den Segeln, die mit ihrem Melder gelaufen kommen und behaupten "der geht nicht". Jedesmal einschicken, ohne daß letztlich was repariert ist, kostet schnell mehr, als die knapp 300,- für das Prüfgerät.
Zur Reinigung der Geräte empfiehlt sich ein handelsüblicher Kunststoffreiniger, Pinsel, Zahnbürste etc.
Im Lautsprechergitter sammeln sich z.B. gerne Metallspäne an. Das können u.U. gewaltige Mengen sein, die irgendwann auch das Rosten anfangen und die Schutzmembran vor dem Lautsprecher und den Kunststoff des Gehäuses angreifen. Also braucht man ein geeignetes "Dings" zum Aussaugen dieses Drecks. Es gibt fertige Miniaturdüsen incl. Schlauch zum Aufstecken auf handelsübliche Staubsaugerdüsen (z.B. von SWIRL). "Ausblasen" mit Druckluft befördert den Dreck nur in's Gehäuseinnere und ist nicht empfehlenswert. Evtl. kann man auch mit einer magnetisierten Schraubendreherklinge die Späne aus den Schlitzen fischen.
Je nach Gerätetyp gibt es noch andere "Dreckecken", die regelmäßig gereinigt werden sollten. Einfach mal den ältesten Melder zerlegen. Die neuralgischen Stellen erkennt man auf den ersten Blick;-)
Das Innenleben kann man z.B. mit einem harten Borstenpinsel oder mit Druckluftspray entstauben.
Ein Ultraschallreiniger, in dem man hartnäckig verschmutzte Gehäuse reinigen kann, ist mittlerweile für unter 30,- zu haben.
Für die Reinigung der Platine empfiehlt sich Isopropanol (z.B. IPA von Kontakt Chemie).
Abschließend kann man den Melder mit Kunststoffpflege aus dem KFZ-Zubehör oder Cockpitspray noch auf Hochglanz bringen.
Eine Akkupflege o.ä. halte ich in diesem Bereich für nicht sinnvoll. Die Akkus aus dem Discounter tun es allemal und wenn man diese jährlich gegen neue tauscht, hat man in der Beziehung ein sorgenfreies Leben. Aktuell habe ich gerade alle unsere Akkus gegen neue 1700er von Norma getauscht. Ich habe zuerst eine Probepackung gekauft, die Akkus formiert und anschließend einen Kapazitätstest gemacht, der zu meiner vollen Zufriedenheit ausfiel, da der Wert bei ~105% lag. Für 50ct das Stück mache ich da keine weiteren Klimmzüge. Nächstes Jahr kommen neue rein und gut ist.
Ein paar Akkus und wichtige Ersatzteile (Akkufach, Verriegelung, evtl. ein komplettes Leergehäuse) sollte man vorrätig haben. Das kostet nicht die Welt.
Zusätzlich haben wir in jedem GH Ersatzgeräte stehen, die durch einen andersfarbigen Stoßgummi gekennzeichnet sind und bei Bedarf ausgegeben werden, bis das Originalgerät wieder einsatzbereit ist.
Über die Geräte legt man sich ein Bestandsverzeichnis an und trägt die Wartungen, Akkuwechsel etc. ein, um so einen Überblick über die Anfälligkeit der Geräte zu bekommen.
Bei dieser Gerätegruppe kommt man mit wenig Aufwand an Werkzeug und Meßtechnik zum Ziel.
Für Handfunkgeräte und deren Zubehör (Sprechgarnituren) gilt bezüglich der mechanischen Belastung und Verschmutzung das selbe, wie bei den Meldern.
Regelmäßige Reinigung und Sichtkontrolle nach Einsätzen ist hier Pflicht, da durch Sturz, Stoß und Feuchtigkeit schnell Schäden entstehen können.
Je nach Gerätetyp braucht man verschiedene Werkzeuge zum Öffnen der Gehäuse und Mittel zum Reinigen der Gehäuse und Zubehörteile.
Für die Akkus der HfG empfiehlt sich auf jeden Fall ein Akkuwartungs- und Prüfsystem. Das Geld dafür ist gut angelegt, da die Akkus i.d.R. recht hohe Preise haben.
Ob man ein fertiges Gerät für den verwendeten Typ nimmt, oder Adapter selbst baut und ein Universalgerät nimmt, hängt vom verfügbaren Budget und den technischen Möglichkeiten/Fähigkeiten ab.
Ersatzantennen, Bedienknöpfe u.ä. sollte man ebenfalls auf Lager haben.
Für die Überprüfung der elektrischen Parameter gilt das selbe, wie für die Fahrzeuggeräte. Ohne Funkmeßplatz ist nur eine grobe Funktionskontrolle möglich. Ausgangsleistung und Frequenztoleranz lassen sich problemlos messen, man braucht i.d.R aber einen speziellen Antennenadapter, um die Meßgeräte anschließen zu können.
Zum Messen der Stromaufnahme kann man sich aus einem defekten Akku einen Dummy zum Anschluß eines externen Netzgeräts bauen. Man sollte aber durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, daß man weder eine verpolte, noch eine übermäßig hohe Spannung an das Funkgerät anlegen kann (Schutzdioden, Sicherung;...).
Auch hier führt man ein Bestandsverzeichnis, in das man alle Wartungen (incl. eventueller Meßwerte) einträgt.
Die Wartungsintervalle hängen von den äußeren Bedingungen ab (Anzahl der Einsätze, Sorgfalt der Benutzer, Anfälligkeit der Geräte), sollten aber 1 Jahr nicht überschreiten. So hat man dann auch gleich ein aktuelles Bestandsverzeichnis für die hauseigene Inventur und die Meldung der Gerätezahlen an den Betreiber des Funknetzes.
Der Aufwand an Werkzeug ist insgesamt eher gering, trotzdem sollte man nicht an der Qualität sparen, besonders bei Schraubendrehern etc.
Die Meßtechnik zu besorgen erfordert etwas Glück und Zeit (eBay, Funkbörse) oder _etwas_ mehr Geld (kommerzielle Gebrauchtgerätehändler wie Singer oder Rosenkranz).
Ein Funkmeßplatz rentiert sich IMO erst bei deutlich mehr als 50 Geräten. Zumal man für das echte Instandsetzen von Geräten ja noch weitergehende technische und fachliche Voraussetzungen benötigt.
Gehe also auf Deine Wehrleitung zu, erläutere Deine Pläne, unterstreiche die Wichtigkeit der regelmäßigen Gerätewartung und die sich daraus ergebenden wirtschaftlichen und einsatztaktischen Vorteile.
Eigentlich sollte das dann seinen Gang gehen.
MfG
Frank




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