Hallo,
Also bei der ganzen Antennengeschichte sollte man zuerst einmal gründlich überlegen was will ich eigendlich und was ist dafür nötig?
Will ich mit dem Empfänger Portabel (tragbar) oder Mobil (auto) unterwegs sein, oder soll der nur bei mir zuhause laufen?
Welche möglichkeiten habe ich, wie ist meine Lage?
Einfamilienhaus oder Wohnung unter dem Dach mit der Möglichkeit einer Antenne auf dem Dachboden oder Dach.
Höhergelegene Wohnung mit Möglickeit einer Fensterbank oder Balkoinstallation? Oder Erdgeschoss ohne Möglickeit einer Aussenantenne? (bzw. irgendeine Kombination daraus)
Wie liege ich geographisch zu dem was ich höhren möchte?
WAS möchte ich höhren???
Nur die Funkverkehrkerskreise meines Gebietes oder alles was ich irgendwie erhaschen kann?
Mal als Beispiel: Möchte ich zb. nur POL/FW/RD meines Kreises hören oder auch noch die Organisation weiter entfernter Kreise?
(es soll ja Leute geben die mehr als 20 Funkkreise gleichzeitig im suchlauf haben) Möchte ich nur BOS höhren oder auch noch was anderes.
Wenn ich bereits einen Scanner habe und mit dem Empfang nicht zufrieden bin, warum könnte der Empfang so schlecht sein?
Ist die Antenne wirklich zu schlecht und das Signal zu schwach oder habe ich vieleicht irgendwelche Störungen von aussen bzw. Hausgemacht. (zb. PC, Sat-Receiver, Fernseher usw.)
Erst wenn man für sich alle diesen Fragen beantwortet hat, kann man sich auf die Suche nach der gegeigneten Antenne machen. Nur so wird man das FÜR SICH Richtige finden, denn ein Universalrezept gibt es NICHT.
Wenn Portabelbetrieb gewünscht ist, so hat man eigendlich die geringste Auswahlmöglichkeiten, denn die Antenne soll ja klein ud trotzdem leistungsfähig sein. Auch sollte die Gefahr sich daran zu verletzen nicht zu hoch sein! (oft unterschätzt)
Der standart Gummistengel taugt nur für starke Signale und fängt evtl Störungen mit ein.
Ist dessen Empfangsleistung nicht befriedigend, so kämen zb. die Handgefertigte Antenne von Wolfgang (OSZILLATOR) oder die Kathrein 4m HFG-Antennen in Frage.
(Ich kenne die Antennen von wolfgang zwar jetzt nicht selber, allerdings hatte ich mit ihm schon öfter Kontakt und kann sagen das er sein Handwerk versteht, ausserdem sprechen die Bewertungen hier im Forum ja für sich)
Von anderen Breitbandantennen würde ich abraten, denn hier treibt man den Teufel mit dem Bezelbub aus.
Bei Mobilbetrieb ist zu beachten, das im Auto nur in den allerwenigsten Fällen mit einer (noch so guten) Aufsteckantenne ein zufriedenstellender empfang möglich sein wird. Das Auto ist einerseits eine Störquelle (Zündung, Bordelektronik), andererseits bildet die Metallkarosserie eine gute Abschirmung, so das im Fahrzeug nur sehr wenig Empfang möglich ist.
Hier gibt es nur eine Lösung, die Antenne muss nach draußen!
Hier dibt es vier Möglichkeiten: Antenne fest auf das Autodach schrauben, Mitbenutzung der Radioantenne, Magnetfuss, Fensterklemmantenne.
Eine feste Installation einer Antenne (am besten ein original Kathrein 4m Antenne) kommt wohl nur für die wenigsten in Frage (Bohren ins Autodach!!!, ausserdem nicht gerade unauffällig ;-) )
währe aber von den Ergebnissen die beste wahl!.
Für einen sehr guten Kompromiss bei mehr als gelegentlicher Nutzung des Scanners im Auto (Festeinbau) halte ich die Mitbenutzung der Autoradioantenne mit Hilfe eines Selbstgebauten Y-Kabels.
Der Empfang des Scanners und des Autoradios ist zwar aufgrund der Fehlanpassung nicht ganz so gut als wenn nur eines von beiden angeschlossen währe, fällt praktisch aber nicht wirklich ins gewicht, selbst bei einem vorher/nachher Vergleich kaum festzustellen. Ist ausserdem die Unauffälligste aller Möglichkeiten! Die Radioantenne ist übrigends für das BOS4m OB angepasst, liegt ja ganz knapp unter dem Radiobereich.
Bei gelegentlicher Nutzung im Auto ist eine Magnetfuss bzw. Fensterklemmantenne zu Empfehlen. Die Magnetfussantennen liefern den etwas besseren Empfang, allerdings besteht die Gefahr das der Lack etwas zerkratzt wird, ausserdem muss das Kabel durch die Tür (die am wenigsten benutzte, zb. hinten, oder Kofferraumdeckel ins Fahrzeuginnere gelegt werden, was irgendwann zu einer Zerstörung des Kabels durch Quetschungen führt.
Die Fensterklemmantennen dehnen etwas die Dichtgummis am Fenster, teilweise kann es Probleme mit den Elektrischen Scheibenhebern geben (Widerstandserkennung). Die Windgeräusche steigen an. Allerdeings keine Lackschäden ;-)
Beide Varianten haben den Vorteil dass sie schnell anzubringen und zu entfernen sind.
Beim Stationären Betrieb hat man nun die größten Möglichkeiten, aber kann auch allerhand falsch machen!!!
Hier muss man immer zweimal überlegen.
Will man zb. nur die Funkverkehrskreise des Kreises höhren in dem man Wohnt und befindet man sich vieleicht dazu noch ziemlich in der Mitte des Versorgungsgebietes so Braucht man keine Superantennen, hier bringt der Gummistengel oft schon wirklich gute Ergebnisse.
Wenn man nun aber auch unter den o.g. Bedingungen schlechten Empfang hat, so sind oft "Hausgemachte" Störungen von PC, Fernseher usw. schuld.
Hier hilft eigendlich nur eins:
Antenne raus aus dem Haus oder zumindest auf den Dachboden.
Eine noch so tolle Antenne im Zimmer würde hier auch nur dieselben Störungen einfangen!
Erst wenn ich keine Möglickeit habe, die Antenne aus dem Störenden Umfeld zu entfernen (zb. Antennenverbot und/oder kein Zugang zum Dachboden) käme ein Versuch mit einer abgestimmten Schmalbandigen Antenne (zb die von OSZILLATOR) in Betracht, damit sind zwar auch keine Wunder zu erwarten, aber die Störsignale ausserhalb des gewünschten BOS-Bandes werden etwas stärker unterdrückt, vieleicht reicht das ja schon.
Wenn nun möglichst viele, auch weiter entfernte Funkverkehrskreise von Interesse sind hilft nur eins:
Antenne möglichst hoch aufs Dach, die Antenne sollte NICHT verkürzt sein, d.h. fürs 4m Band sollte der Stahler auch 1m lang sein... Ideal währen hier die "echten" funkantennen z.B. von Kathrein, aber die sind beim Neukauf ja unbezahlbar...
Wenn nur eine Richtung interessant ist, (weil die Großstadt vieleicht 50KM entfernt ist) käme auch eine Richtantenne in betracht, aber die ist nicht gerade unauffällig ;-)
Aber Achtung: Je höher ich die Antenne setzte, umso mehr ungewollte Signale fange ich mir auch ein!!!
(z.b. Störungen durch E-Geräte der Nachbarn, Je nach Lage durch Handy- und Rundfunk Sender, Radarstationen, die Intermodulationsfestigkeit von einfachen scannern ist nicht so besonders... Aber auch mehr Überreichweiten und auch Empfang von mehreren Funkkreisen auf dem selben Kanal ohne Überreichweiten.
Besonders auf den FW Kanälen ist dieses sehr häufig, da hier die Frequenzen teilweise schon nach 50-60Km wiedervergeben sind. Wenn ich nun in der Mitte wohne sind beide gleich stark und stören sich. Kommt aber auch auf dem heimatlichen Kanal gut, wenn man dank guter Antenne noch andere Kreise (mit schönen starken Rauschen dabei ;-) ) hört.
Auch bei 2m Digialarm ist weniger manchmal mehr, je nachdem wie die DAU´s geschaltet sind. Wenn die DAU´s so geschaltet sind das immer 2 oder mehr DAU´s gleichzeitig senden, kann es echt sogar unmöglich werden eine Meldung sauber zu Dekodieren, da durch den gleichzeitigen Empfang von 2 DAU´s erheblich verzerrungen auftreten.
(die Versorgungsgebiete für jeden DAU wurden ja für recht Taube DME, die dazu noch in der Hosentasche stecken berechnet und nicht für relativ empfindliche Scanner an Hochantenne)
Grundsätzlich sind wenn man zb. nur BOS höhren möchte Selektiven Antennen (die nur für ein oder zwei Bereiche geeignet sind) vorzuziehen, sie fangen deutlich weniger Störungen ein und sind oft empfindlicher. Ausserdem heißt das ja nicht, dass man mit ihnen nichts anderes Empfangen kann, nur halt nicht so toll.
NUR wenn man an vielen Bereichen interessiert ist, machen Breitbandantenne Sinn, den Sie sind nichts halbes, aber auch nichts ganzes...
Allerdings habe ich in den letzten Jahren immer wieder die Erfahrung gemacht, dass wenn Leute mit gekauften (oder auch gebauten) Antennen nicht zufrieden sind, nur selten die Antenne Grund des übels war. Oft waren es asbach alte und dadurch defekte Verbindungskabel, Schludrig mit der "Bratfanne selbst angelötete Stecker, oft mit Kurzschlüssen oder anderen lustigen Fehlern .
(hatte mal einen Fall wo jemand das Kabel statt mit dem Lötkolben mit Heißkleber am Stecker "angeschlossen" hat ;-) )
Oder halt föllig falsche Erwartungen: Der PC macht im Bereich von 20MHz bis 300MHz alles dicht und es wird eine neue Zimmerantenne Geholt. Und, und, und...
Das die Antennen absolut nichts taugen war für die verlangten Aufgaben sehr selten der Fall, schließlich ist es beim Empfang nicht ganz so schwierig wie beim Senden...
Achja, hier noch mal ein Basteltipp für eine einfache, aber nicht schlecht funktionierende Antenne.
Einfach bei einem Stück RG58 Kabel am Ende auf einer Länge von 1m die Schirmung (das Drahtgeflecht) entfernen. Die Durchsichtige/weiße Kunstoffummantelung um den Aussenleiter darf dranbleiben, verlehit ein wenig stabilität.
Nun die abisolierte Seite mit einem Faden am Ende (oder auch mit einen Nagel dadurch) aufhängen. Nun am anderen Ende einen BNC-Stecker dran und fertig.
Diese "Konstruktion" auf dem Dachboden aufgehangen, Kabel nach unten geführt und jemand der vorher nur einen Aufsteckantenne hatte wird wirklich überrascht sein ;-)
Wenn man es ganz genau machen wollte müsste man die Abschirmung eigendlich umklappen und über die Isolatin des Kabels in richtung Empfänger streifen, aber bei einem Meter ist das nicht so einfach, wer will kann ja mal wieterbasteln...
Generell kann man bei reinen Empfängern nichts beschädigen, solange man nicht irgendwie Spannung auf das Antennenkabel gibt.
ALSO: bei Empfängern ist Antennenbasteln auch für Lainen erlaubt!
So, jetzt habe ich einen ganzen Roman geschrieben,
Ich hoffe das es jemanden von Nutzen ist ;-)
Gruß
Carsten




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