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Thema: Großlage in Köln

Baum-Darstellung

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    Guten Morgen,

    Die Karawane des Schreckens

    VON THORSTEN MOECK, 22.11.04, 07:26h

    Für die Übung kamen 1500 Einsatzkräfte aus der Umgebung mit 350 Rettungsfahrzeugen nach Köln.
    Die Katastrophentouristen der anderen Art kommen mit dem Bus. Kaum öffnen sich die Türen, humpelt eine Karawane des Schreckens ins Freie: Jugendliche mit blutverschmierter Kleidung, Platzwunden am Körper und teilweise fehlenden Gliedmaßen. Bei den vermeintlichen Kriegsheimkehrern handelt es sich um die „Notfalldarstellungsgruppe“ des Roten Kreuzes, die mit Theaterblut und Latexmilch in Schwerverletzte verwandelt wird.

    Gleich 260 Jugendliche dürfen am Samstag bei einer der größten Rettungsübungen in die Opferrolle schlüpfen. Geprobt wird eine Explosion bei Ford mit einem „Massenanfall von Verletzten“. „Feuerwehren aus ganz Deutschland schauen auf diese Übung“, sagt Feuerwehr-Sprecher Stefan Lakenbrink. Bezirks- und Landesregierung hatten sie mit Blick auf die Fußball-WM angesetzt.

    Mit einem Anruf bei der Feuerwehr-Leitstelle wird um 11.45 Uhr Großalarm ausgelöst. Eine Armee von Rettungskräften setzt sich in Bewegung. In Köln, Bonn, Euskirchen, dem Rhein-Erft- und dem Rhein-Sieg-Kreis steigen Ärzte, Sanitäter und Feuerwehrmänner in ihre Fahrzeuge, rasen mit Blaulicht und Martinshorn in den Kölner Norden. Die Bilanz der imposanten Blaulicht-Show: Rund 1500 Retter sind mit 350 Fahrzeugen im Einsatz. Viele Autofahrer müssen ausweichen, verharren beim Anblick der Rettungsflotte respektvoll am Straßenrand. Kosten des Großeinsatzes: 40 000 Euro. „Diese Übungen gibt es seit 15 Jahren. Lange Zeit war die Behandlung von 25 Verletzten das Maß aller Dinge. Doch die Anschläge des 11. September 2001 und der Giftgasanschlag in Tokio haben zum Umdenken geführt“, sagte Stefan Lakenbrink.

    Unter der Leitung der Kölner Feuerwehr ist in den vergangenen Jahren ein „überörtliches“ Einsatzkonzept entstanden. Die Rettungskräfte jeder beteiligten Stadt sollen im Ernstfall die Kapazität zur Behandlung von 50 Verletzten zur Verfügung stellen. Für die Helfer bedeutet dies Schwerstarbeit: Während sich Notärzte um die Erstversorgung der am stärksten verletzten Personen kümmern, baut die Feuerwehr ein riesiges Behandlungszelt auf und Rettungswagen fahren in Position. „Für die Retter ist das eine absolute Stress-Situation. Der Berg von Patienten muss Stück für Stück abgearbeitet werden“, erklärt Lakenbrink. Um Rebekka Heinen (15) kümmert sich zunächst keiner. Schreiend liegt das Mädchen am Boden - ihr gesamtes Gesicht ist blutüberströmt und durch künstliche Wunden völlig entstellt. Doch mundtot ist die junge Darstellerin deshalb noch lange nicht. „Hilf mir! Mir ist kalt, und meine Familie braucht mich“, fleht sie einen Sanitäter an und verfällt in leises Wimmern. Bei leichtem Schneetreiben und Eiseskälte harrt sie auf einer dünnen Matte aus. Doch ihr Bitten hilft nichts - sie ist noch nicht an der Reihe.

    Gefordert ist von den Einsatzkräften ein wahres Meisterwerk der Logistik. Um keinen Stau am Unglücksort zu produzieren, werden die Fahrzeuge zu einem Bereitstellungsplatz am Fühlinger See beordert und von dort nach und nach zum Einsatzort gerufen. Probleme gibt es dennoch. „Nachrückende Fahrzeuge verhinderten das Abrücken der ersten Rettungswagen in die Krankenhäuser. In diesem Punkt müssen die Planungen überprüft werden“, bilanziert der Kölner Feuerwehr-Chef Stephan Neuhoff nach Abschluss der Übung.

    Ein ganzes Heer von Experten verfolgt hinter einem Absperrband schweigend die Übung und wirkt dabei angespannt wie das Publikum eines Golfturniers vor dem entscheidenden Putt am 18. Loch.

    Um den Großeinsatz in den Griff zu bekommen, hat die Feuerwehr einen riesigen Truck auf dem Ford-Parkplatz abgestellt, in dem die Einsatzleitung Quartier bezieht. Zusätzlich haben Funker eine Antennenanlage aufgebaut. Die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften steht besonders auf dem Prüfstand, denn vor einigen Monaten hat es bei einer Rettungsübung im ICE-Tunnel am Flughafen noch technische Probleme im Funkverkehr gegeben. „Die Kommunikation ist ungeheuer wichtig. Bei solch großen Einsätzen nimmt das schon militärische Züge an“, beschreibt Stefan Lakenbrink den Einsatzaufwand. Am Samstag funktioniert sogar die Kontaktaufnahme mit den Rettungsdiensten im Ausland. Bei Bedarf hätten nach Informationen der Feuerwehr 40 Rettungswagen aus Belgien und den Niederlanden zur Unterstützung anrücken können. Um auch die letzten Einsatzpannen in den Griff zu bekommen, will die Feuerwehr vor dem Weltjugendtag im kommenden Jahr eine weitere Großübung durchführen.

    Quelle: Kölner-Stadt-Anzeiger
    http://www.ksta.de/servlet/CachedCon...d=994347600516

    *********
    *EXPRESS*
    *********

    Explosion bei Ford*
    *zum Glück war es nur eine Übung

    Von THOMAS RAUFFMANN

    Köln – Körperteile schwer verletzt? Sehr viel Blut verloren? Wer am Samstag über so was klagte und Montag höchstens Schnupfen hat, der war wohl dabei: Bei Kölns größter Rettungsübung!
    Diese Meldung setzte Samstagmittag einen Mega-Einsatz der Feuerwehr in Gang: Eine Explosion habe es bei den Fordwerken gegeben, viele Schwerverletzte seien zu beklagen, darunter Kinder.

    Und das bedeutete: „ÜMANV“ – das Kürzel für „Überörtliche Hilfeleistung bei einem Massenanfall Verletzter“.

    Die Folge: Aus allen umliegenden Städten und Kreisen rollten Rettungswagen, Personal und technische Hilfe an. So viel, dass es sogar die Planer überraschte. „Wir hatten mit 200 Fahrzeugen gerechnet, gekommen sind 350“, sagte Feuerwehrsprecher Stefan Lakenbrink. Knapp 1500 Leute waren am und um den Einsatz herum beteiligt - Rettungsrekord.

    So viel Hilfe überforderte dann die Straße zum Werks-Parkplatz, wo die Retter die Erstbehandlung der 250 „Verletzten“ vornahmen. Die Rettungswagen, die diese dann abtransportieren sollten, standen im Stau.

    Einer Herausforderung für die Immunabwehr stellten sich die ehrenamtlichen Verletzten: Bei drei Grad und Schneefall lagen sie draußen auf dünnen Matten…

    „Brrr“ statt „Aua“ – das soll‘s beim nächsten Mal nicht geben. Lakenbrink: „Technik und Behandlung haben super funktioniert. Die Probleme mit der Menge der Kräfte müssen wir angehen.“ Die nächste Großübung steht also ins Haus. Bei anderer Witterung, hofft auch Lakenbrink.


    Quelle: Express
    http://www.express.de/servlet/Satell...=1099763383164
    Geändert von Aeskulap (22.11.2004 um 10:15 Uhr)

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