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Thema: Swissphone Quattro XLSi Akkuproblem

  1. #1
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    Swissphone Quattro XLSi Akkuproblem

    Hallo zusammen,

    eine Frage an die 4m-analog-Techniker: Folgendes Problem beschäftigt mich seit letzter Zeit.

    So wird bei meinem Quattro XLSi (vermutlich) der Akkustand des Akkus falsch angezeigt und wahrgenommen (nachts aufwachen durch leeren Akku usw).

    Sämtliche Akkugrößen werden zwar vom Typ her richtig erkannt, aber so ist z.b. ein frisch aufgeladener (mit einem "richtigen" Ladegerät) 1100mAh Akku nur 2/3 Voll, wenn man ihn einlegt. Manchmal "bricht" der Akku sozusagen fast zusammen, auch wenn er noch einen Strich hatte (z.B. bei Alarm). Dann ist zwar der Melder nicht aus, aber auf einmal ist der Akku leer und die Anzeige blinkt (ich meine aber, dass in Wahrheit der Akku nicht leer ist).

    Dass volle Akkus großer Kapazitäten teilweise als Batterie erkannt werden, ist mir bekannt und hier gar nicht das Problem, da die oben geschilderte Problematik auch bei kleineren Akkus auftritt.

    Ich habe mit sämtlichen Akkugrößen (1100-2800) das gleiche Problem, nur bei den kleineren Akkus ist es deutlich schlimmer.

    Jetzt meine Frage, ob man hier etwas durch eine Neuprogrammierung erreichen könnte, o.Ä., oder ob ein technischer Defekt vorliegt.

    Viele Grüße

  2. #2
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    Hallo!

    Zitat Zitat von specialx Beitrag anzeigen
    eine Frage an die 4m-analog-Techniker: Folgendes Problem beschäftigt mich seit letzter Zeit.
    Deine Frage hat aber weder was mit 4m noch mit Funktechnik zu tun.
    Allerdings kann ich dir dennoch helfen..:-)

    Zitat Zitat von specialx Beitrag anzeigen
    Sämtliche Akkugrößen werden zwar vom Typ her richtig erkannt, aber so ist z.b. ein frisch aufgeladener (mit einem "richtigen" Ladegerät) 1100mAh Akku nur 2/3 Voll, wenn man ihn einlegt. Manchmal "bricht" der Akku sozusagen fast zusammen, auch wenn er noch einen Strich hatte (z.B. bei Alarm). Dann ist zwar der Melder nicht aus, aber auf einmal ist der Akku leer und die Anzeige blinkt (ich meine aber, dass in Wahrheit der Akku nicht leer ist).
    Dein XLSi ist ein relativ modernes Gerät, welches wie viele (mehr oder weniger) neue akkubetriebene Geräte verhalten.

    Die Erkennung ob eine Primär oder Sekundärzelle eingelegt wurde, geschieht ausschließlich über die Spannung.
    Alles im Bereich 1,4-1,6V wird als Primärzelle (Batterie) angenommen.
    Bei allem wo unter 1,4V bei der Initialisierung erkannt werden, nimmt das Gerät eine Sekundärzelle (Akku) an.

    Während der Spannungsverlauf bei Batterien sehr linear ist, kann die Firmware mehr oder weniger zutreffende Abschätzungen treffen wie lange die Batterie noch reicht.
    Bei Akkus ist das nur anhand der Zellenspannung hingegen nicht möglich:

    Bei intakten Akkus (egal ob NiCd oder NiMH) ist der Spannungsverlauf beim Entladen ziemlich flach.
    Relativ "steil" wird der Spannungsverlauf nur an den Grenzen des Akkus. Bei NiMH kann man grob sagen im Bereich 0-10% und zwischen 80-100%.
    Der größte Bereich der Laufzeit, nämlich von 10-80% der Kapazität, bliebt die Zellenspannung extrem stabil.
    Somit kann ein "intelligentes" Gerät die Vollheit bzw, die Restlaufzeit NICHT über die Zellenspannung kalkulieren, wie es bei Batterien möglich ist.

    Die einzige brauchbare Kalkulation der Akkuladung ist bei solchen Geräten nur möglich, wenn sie den Ladevorgang selber ausführen und genau mitzählen wieviel mA denn überhaupt in den Akku hineingeladen wurden.
    Genau das hast du aber mit dem laden deines Akkus in einem externen Ladegerät zunichte gemacht:
    Das Gerät erkennt richtiger weise einen Akku, mäkelt aber rum das er garnicht weis ob der nun eher 80% oder nur knapp über 10% voll ist.
    Dieses mäkeln äussert sich bei solchen Geräten generell in einer fragwürdigen Akkustandsanzeige die direkt nach dem Akkuwechsel niemals 100% anzeigt.

    Den selben Effekt kannst du z.B. auch in vielen Schnurlostelefonen betrachten.
    Nimmt man dort einen Akku (egal ob randvoll oder halb/ganz leer) raus und setzt ihn direkt wieder ein, meckert soein Telefon grundsätzlich mit Akkuanzeigen zwischen 0% (Akkualarm) oder maximal 50% rum.

    Um die Akkuanzeige wieder brauchbar zu machen, sollte man niemals unnötig den Akku tauschen, und mehrfach komplett IM GERÄT entladen und per Ladeschale auch wieder IM GERÄT laden lassen.
    Nach 2-3 Zyklen stimmt die Akkuanzeige wieder.

    Wichtig ist auch das dass Gerät "weis" wie groß der Akku überhaupt sein soll.
    Bei Schnurlostelefonen z.B. kann man meißt nix einstellen oder programmieren...die gehen einfach per Firmware von 600mAh aus.
    Haut man in soein Teil 1200mAh rein, verschenkt man 50% der Kapazität.

    Aus diesem Grund sollten auch im FME's und DME's aktueller Bauart nur Kapazitäten eingesetzt werden die relativ genau mit der programmierten übereinstimmen.
    Wenn in deinem XLSi z.B. 1800mAh programmiert ist, sollte da auch eine Zelle rein die im Bereich 1700-1900mAh liegt.
    Ist die Differenz zu groß, beispielsweise weil man nen alten 1000mAh-Akku oder einen nagelneuen Superakku mit 2600mAh reinsetzt, kann die Akkuanzeige ebenso nicht funktionieren, im Gegenteil...selbst das Laden passt dann nicht.

    Merke: Ladeenderkennungsverfahren wie deltaU oder Zellentemperaturüberwachung funktionieren nur bei hohen Schnelladeströmen (so etwa ab C/3) zuverlässig. Hieße für einen 1800mAh Akku ein Ladestrom von mindestens 600mA.

    Derartige Geräte wie FME's, DME's und auch Schnurlostelefone machen sowas aber nicht, die laden meißt mit um die 100mA, teilweise gar weniger.
    Zu kleine Akkus können damit überladen werden, zu große werden dagegen nie voll, wenn das Gerät nicht weis wieviel der Akku tatsächlich haben soll.

    Kleiner Tip noch am Rande:
    Es gibt Situationen wo man einen Akku dennoch aus solch einem Gerät entnehmen muss.
    Beispielsweise für Reparaturen, oder weil der Akku kaputt ist und gegen einen neuen getauscht werden muss.

    Um anschließend nicht mehrere Wochen lang die 2-3 kompletten Lade- und Entladezyklen im Gerät durchführen, und mit fehlerhafter Akkuanzeige rumrennen zu müssen, kann man einen Trick anwenden:
    Niemals einen extern voll geladenen Akku einsetzen!
    Sondern lieber den Akku extern entladen bis er möglichst nahe drann am Kapazitätsbereich 0-5% ist (Zellenspannung zwischen 0,9-1,0V).
    Diesen leeren Akku dann einsetzen, und den Melder grob einen Tag in der Ladeschale stehen lassen.
    Und schwupps...schon ist die Akkuanzeige schon deutlich vertrauenswürdiger.

    Grüße aus Dortmund

    Jürgen Hüser

  3. #3
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    3.332
    Vielen Dank Dir, Jürgen, auch hier habe ich wieder viel von Dir gelernt, das ich bislang nicht erklären konnte!
    Schöne Grüße,
    abc-truppe
    Mod-Team
    (Kleinanzeigen, Off-Topic)

  4. #4
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    1.655
    Moin!

    Ich muss da auch mal ein Lob aussprechen! Jürgen ist hier einer der Wenigen im Forum, der mit allen sein überaus fundiertes Wissen teilt und es dann auch noch so rüberbringt, dass es auch ein Laie verstehen kann!

    Daumen hoch! Weiter so!

    Gruß
    Gerrit Peters
    ______________________________

  5. #5
    Registriert seit
    07.11.2006
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    98
    Servus,

    dem kann ich mich nur anschließen.
    Daumen hoch.

    MfG
    gustl

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