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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Überprüfung der Netzabdeckung bei der DA



LaWa
18.02.2003, 12:47
Hallo Forumsteilnehmer!

Aufgrund dessen, dass ich gerade in meinem Heimatlandkreis miterleben muss, wie dilettantisch eine Überprüfung der Netzabdeckung eines neu aufgebauten digitalen Alarmeirungsnetzes erfolgen kann, würde mich eines interessieren:

Wie (Vorgehensweise, Zeitraum, ...) wird in anderen Landkreisen, in denen die Infrastruktur für die digitale Alarmierung neu aufgebaut wurde, die Netzabdeckung (Funkversorgung) überprüft? Vielleicht hat ja jemand von Euch darüber Kenntnis.

Gruß
Lars.

Aircell
18.02.2003, 14:41
kann ich leider nixx zu sagen, da wir wohl erst gegen 2020 in den Genuss Digitaler Alarmierung kommen werden ;-)

aber mal im ernst, wass issen bei dir vorgefallen, weil du geschreiben hast:


Original geschrieben von LaWa

wie dilettantisch eine Überprüfung der Netzabdeckung eines neu aufgebauten digitalen Alarmeirungsnetzes erfolgen kann

RangerF
18.02.2003, 15:46
Im Rhein-Neckar-Kreis/BaWü haben alle Wehren einen DME bekommen und sollten ihr Ortsgebiet damit testen. Dieser DME bekam in kurzen Abständen einen Alarm, so dass eine Überprüfung möglich war. Eventuelle "Löcher" wurden erfasst und weiter geleitet, ob mit diesen Meldungen jemals etwas passiert ist weiss ich nicht.


Gruss
Jochen

Thm112
18.02.2003, 16:55
wir haben auch digitales netz und klappt bei uns seit 1999 ca wunderbar. Habe noch keine aussetzer erlebt, selbst im keller oder so, oder in irgendwelchen gebäuden funktionieren die einfach nur super, das hätte ich auch niemals gedacht das die wirklich überall im landkreis losgehen. ist aber so. Die DME der Feuerwehr werden bei uns immer Freitags um 18:00 Uhr probealarmiert???

Die DME des Rettungsdienstes immer jeden Werktag um 7:30Uhr. Die Meldungen des Rettungsdienstes werden verschlüsselt gesendet per XEDOC Decodierung.

LaWa
18.02.2003, 17:12
@Carsten

.. wer weis was im Jahr 2020 so alles funktioniert oder nicht. Vielleicht hat ja TETRA bis dann ausgedient, oder es ist noch garnicht eingeführt worden...

Die Aussage mit dem "dilletantisch" beruhr nicht nur auf der Vorgehensweise bei der Überprüfung der Netzabdeckung sondern auf auf andere Gesichtspunkte bei der Einführung der DA, aber dies zu erläutern wäre jetzt wohl zuviel.

Fakt ist, dass zur Zeit die Überprüfung der Netzabdeckung durch die Feuerwehren erfolgt. D.h. jeder Feuerwehrangehörige, der im Besitz eines DME ist, notiert die Orte im Landkreis, an denen er von DME den Feldstärke-Alarm erhält, in einer Liste. Diese Liste soll dann vom Landratsamt ausgewertet werden. Da aber zur Zeit nur eine relativ geringe Anzahl von Feuerwehren DME beschafft haben, sind diese Auswertungen nicht besonders sinnvoll und aussagekräftig. Die Feldstärkeverteilung in einem Kreisgebiet hängt von zu vielen Faktoren (Topologie, Störstrählung,...) ab, als dass am eine verlässliche Aussage über solche Methoden erhalten kann. Fundierte Messungen, die sicherlich Ihren Preis kosten, sind hier meiner Meinung nach die einzig richtige Möglichkeit. So ein System der DA muss eine hohe Verlässlichkeit bezüglich dem Empfang haben, sonst wird die "neue Technik" von den Feuerwehrangehörigen nicht akzeptiert, ähnlich wie bei einem Mobiltelefon, dass nur einen schlechten Empfang hat.

@Jochen

Soch ein Vorgehen wird anscheinend gerade bei uns im Landkreis auch diskutiert. Aber die Aussagekraft solcher Überprüfungen ist meines Erachtens nicht größer als bei dem anderen Vorgehen. Vor allem ist hier eine Berücksichtigung der Randbedingungen (Position des DME zum DAU, Wetterlage, ...) aufgrund der fehlenden Feldstärkeanzeige, nicht möglich.

Aircell
18.02.2003, 17:29
na toll...

bezüglich 2020 kann ich nur folgendes sagen: wir haben vor 2 Jahren die ERSTEN Melder bekommen (analog wohlgemerkt) und wir haben bis heute noch kein FMS......... angeblich keine Kohle da....

Christian
19.02.2003, 00:09
Hmmm.....

aslo ich finde es dilettantisch wenn man Feuerwehrangehörigen die Überprüfung des POCSAG Netzes anheim stellt.

Um die richtige Abdeckung zu testen muß man mit einem Meßwagen der Feldstärke, Signalqualität, Signal-to-Noise-Ratio, Bitfehlerrate und die genaue Position (mittels GPS) erfaßt, die Ausleuchtung ermitteln. Alles andere ist zu ungenau, da der Feldstäkealarm mit einer Verzügerung von 20 min arbeitet (nach TRBOS). Das rumlaufen mit dem Melder, kann allenfalls punktuelle Probleme aufdecken....

bosfunky
19.02.2003, 08:15
Hallo LaWa,

unser Main-Taunus-Kreis hat damals bei der einführung des Gleichwellenfunks eine Meßkarte schreiben lassen. Im Rhein-Main Gebite gibt es eine Firma die mit nem Messwagen durch die Gegend fährt, die gesammelten Daten werden anschließend per PC aufbereitet und berrechnet. Du erhälst eine Karte die s.g. Funklöcher aufzeigt. Nachteil dieser Sache, kosten ein schweine Geld.

LaWa
19.02.2003, 10:08
Hallo zusammen,

Ihr trefft den Nagel auf den Kopf. Eine Infrastruktur für die digitale Alarmierung muss neben einer Hochverfügbarkeit über die Redundanz gewisser Systemkomponenten eine hohes Maß an Netzabdeckung bieten. Eine verlässlich funktionierende Alarmierung ist einfach zu wichtig, als dass man das Ganze als unausgegorenes System den HiOrgs unterschiebt und nur die Kosten betrachtet.

Eine Überprüfung der Netzabdeckung mit moderner Meßtechnik, und da gerhört der gemeine DME halt nicht dazu, ist deshalb unerlässlich. Bleibt zu hoffen, dass soch eine Erkenntnis sich auch in den Köpfen der Entscheidungsträger und mancher Arbeitskreismitglieder durchsetzt.

Pcman
19.02.2003, 11:36
Das ganze steht und fällt doch mit der Planung. Schon in der Planungsphase muss man doch wissen, wie die Netzabedeckung mit den gewählten Standorten ist. Dazu hat fast jede Herstellerfirma entsprechende Tools, die ein geplante Abdeckung relativ gut berechnen und grafisch darstellen können. Natürlich kann man nicht dort überall einen Sender hinstellen wo es notwendig wäre, doch man kann von vornherein Lücken aufspüren und die Planung verändern. Nach der Inbetriebnahme sollte man Meßfahrten machen und insbesondere die Regionen überprüfen, die bei der theoretischen Betrachtung kritisch waren. Meist stellt man fest, dass Theorie und Praxis sehr nah beieinander liegen. Das Mehr an Kosten für eine gute Planung liegt meistens unter den Kosten für eine ungeplante Netzerweiterung.
Aber heutzutage meint ja Jeder, Fachmann zu sein und planen zu können.

Christian
19.02.2003, 12:45
Hmm....

leider ist es heute so das viele Sachen nur noch mit dem Rotstift anstatt mit scharfem Verstand und angespitztem Bleisift geplant.
Was dann hinten rauskommt ist aufgrund der nötigen Nach(verschlimm) besserungen oftmals viel teuerer und bringt auch einen ehrgeizig aufgestellten Zeitplan durcheinander. Das liegt aber auch daran das oftmals solche Sachen von Politikern oder hohen Verwaltungsbeamten geplant, ausgeführt und überwacht werden denen einfach die praktischen Erfahrungen und die Kontakte zu Anderen fehlen um aus dort gemachten Fehlern etc. zu lernen. Leute mit Praxiswissen die es oft bessr wissen werden als Dummbeutel abgetan und erst dann aus der Versenkung geholt wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Das dieses Leute dann auch nix mehr großartig verbessern können liegt auf der Hand.....umso schlimmer wenn denen dann noch die Schuld in die Schuhe geschoben wird oder ???

obst13e
13.12.2003, 17:38
Hallo!

Wir habe wieder mal Probleme mit der Netzabdeckung in unserem Bereich.
Vor ca. 10 Jahren reichte in unserem Bereich ein DAU in ca. 9 km Höhe 60m,
die Feldstärke wurde immer schlechter (heute erreicht uns dieser DAU nicht mehr). Vor ca 3 Jahren wurde ein neuer DAU in 6 km Höhe 20m aufgestelt und die Netzabdeckung war wieder gegeben. Nun häufen sich wieder die Probleme mit der Erreichbarkeit. Messungen durch Techniker haben ergeben, wir liegen wieder im Grenzbereich der Erreichbarkeit.
Gibt es eine Möglichkeit die Feldstärke mit einfachen Messmittel zu messen?

Gruß René

Quietschphone
14.12.2003, 16:37
Hallo obst13e,

irgendwie verstehe ich nicht so ganz, was Du meinst:


Vor ca. 10 Jahren reichte in unserem Bereich ein DAU in ca. 9 km Höhe 60m
Ihr habt also einen Satelliten-DAU in 9km Höhe angebracht, und der geht grad mal 60m? Oder soll das heissen, dass Ihr einen DAU in 60m Höhe an einem Mast habt, der 9km Reichweite hatte?

Das gleiche hier:

Vor ca 3 Jahren wurde ein neuer DAU in 6 km Höhe 20m aufgestelt und die Netzabdeckung war wieder gegeben.

Könntest Du das bitte mal etwas näher erläutern!

obst13e
14.12.2003, 18:08
Entschuldigung,

ich meine
1. DAU in 9km Entfernung, Antenne in 60m Höhe
2. DAU in 6km Entfernung, Antenne in nur 15m Höhe (nicht 20m)



Gruß René

Da_Funk
14.12.2003, 18:27
...ich dachte auch schon, Du arbeitest im Himalaya...

9km Entfernung gut, aber von was ? vom Master-DAU, von deiner Wohnung, von der Feuerwache ???

Was betreibt ihr denn für ein System ? Motorola oder Swissphone ?

obst13e
14.12.2003, 18:53
Original geschrieben von Da_Funk
...ich dachte auch schon, Du arbeitest im Himalaya...

9km Entfernung gut, aber von was ? vom Master-DAU, von deiner Wohnung, von der Feuerwache ???
9 km Entfernung vom DAU (2. Ring) zur Wohnung (und auch DAU zum Gerätehaus)
Vom Master-DAU zum 1. Ring 20km,
vom 1. Ring zum 2. Ring 26km


[i]Was betreibt ihr denn für ein System ? Motorola oder Swissphone ? [/B]

Swissphone ITC 600

Sampo
20.12.2019, 17:39
Unser DA Netz wurde auch Neu aufgebaut und vorher eine Funkausbreitungsberechnung durchgeführt, um das gebiet bestens zu versorgen. Gestern zeigte mein DME in einem Gebäude Feldstärkenalarm an kurze Zeit später hatte er dann doch was Auswerten können, das hatte ich seit 2016 nicht mehr :-D Das war ein Gebäude direkt an der Kreisgrenze. Der Nächste DAU ist ca. 4Km Luftlinie entfernt. Am nächsten Tag haben wir uns mal auf Spurensuche begeben. mit einem Handscanner haben wir draußen 3 DAU´s gut bis Sehr gut empfangen, im Gebäude waren die 3 DAU´s kaum noch zu hören. Schon Wahnsinn wie ein Gebäude Funkwellen so abschatten kann, und erst recht wenn der Nächstgelegene DAU ´nur´ Luftlinie 4km entfernt ist.

Wird von der Bundesnetzagentur vorgeschrieben mit wie viel Watt ein DAU Senden darf? Gerade an Kreisgrenzen?

Kater 9
21.12.2019, 15:22
Normal sind 15W. Die BNetzaA kennt keine Kreisgrenzen, nur Landesgrenzen bei denen eine Auslandskoordination erforderlich wird.
DAUs können auch ausserhalb des eigenen Kreises stehen, auch in einem anderen Bundland wenn dieses zustimmt.

Sampo
21.12.2019, 15:41
Normal sind 15W. Die BNetzaA kennt keine Kreisgrenzen, nur Landesgrenzen bei denen eine Auslandskoordination erforderlich wird.
DAUs können auch ausserhalb des eigenen Kreises stehen, auch in einem anderen Bundland wenn dieses zustimmt.

Was für ein Radius deckt so ein DAU denn ab? Ist das auch unterschiedlich? Mich Wundert es immer noch das in dem Gebäude fast kein empfang war/ist.

Kater 9
21.12.2019, 20:07
Pauschale Radien kann man nicht angeben. Bei freier Sicht gehen auch mal 10km, in besonderen Gebäuden reichen manchmal 1km nicht.
Gerade Gebäudedämpfungen sind extrem, da kann man sich manchmal nur wundern.